Einleitung Radverkehr


In dieser Rubrik möchte ich Ihnen / Euch einiges an Wissen rund um Thema das „Fahrrad und Mobilität“ weiter geben. Denn das Fahrrad ist als Verkehrsträger ein idealer Bestandteil für einen zukunftsfähigeren Verkehrsmix. Es handelt sich in dieser Rubrik um ein paar persönliche, gesammelte Fachtexte und Bildstrecken. Ein paar der Fachtexte (teilweise vom Umfang her schon ein Buch...) entstanden im Rahmen des Projektes „Radverkehrskonzept für das Gebiet des Landkreises Kassel“

Bis Ende 2021 / Anfang 2022 erstelle ich zusammen mit meinem Mitarbeiter Swen Schneider ferner ein umfassendes Fachbuch zum Thema „Radverkehr und Stadtplanung“.

Verkehrsträger Fahrrad

Insbesondere im urbanem Verkehr kann das Fahrrad seine Trümpfe (wenig Platzbedarf, günstiges Verkehrsmittel für Jedermann, energie- und ressourenschonend, usw.) voll ausspielen. Weltweit bricht so in vielen Metropolen bereits ein neues Mobilitätszeitalter an - ob nun in Karlsruhe, Freiburg im Breisgau, Münster, Amsterdam oder Kopenhagen. Auch Megastädte wie Paris, London und sogar New York sind dabei das Fahrrad als urbanes Verkehrsmittel wieder zu entdecken.

Aber auch in den oftmals kleinstrukturierten ländlichen Räumen in Deutschland bestehen neben der Kfz-Nutzung durchaus vielfältige Potentiale für den Radverkehr. Oftmals sind auch in ländlichen Räumen die Entfernungen vom Dorf in den Kernort nicht länger, als in großen Metropolen z. B. von den Randlagen in die City. Gerade in ländlichen Räumen ist eine integrierte Netzplanung für den Alltagsradverkehr und Radtourismus zielführend. So lassen sich die Potentiale des Radverkehrs hier umfassend fördern und in die regionale Wertschöpfung integrieren.

Feindbildpflege oder Miteinander?

Vorfolgt man (Verkehrs)Diskussionen in Deutschland, so wird hier leider oft eher das „Gegeneinander“ zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern - bzw. gruppen „gepflegt“, statt das Miteinander. Man streitet über knappe Flächen oder wirft den anderen, vermeintlich gegnerischen Verkehrsgruppen pauschale Regelbrüche vor. So wird hier dann oft von „den Radfahrern“ gesprochen, die laufend über rote Ampeln fahren oder auf Gehwegen unterwegs seien. „Den Autofahrern“ wird z. B. öfter pauschal vorgeworfen Radfahrer zu eng zu überholen und auf Radwegen zu parken. Mit solchen Gruppenpauschalvorwürfen kommt man natürlich nicht weiter. Außer das man sich „heißdiskutiert“. Das „heißdiskutieren“ passiert beispielsweise in den Kommentarspalten der Tageszeitungen und sozialen Medien in Deutschland oft zu Fahrrad- bzw. Verkehrsthemen. Aber auch in politischen Diskussionen zum den Themen „Fahrrad und Verkehr“ allgemein lässt sich dies in Deutschland leider immer noch beobachten.

In den Niederlanden ist man hier wohl weiter. Hier geht man die Sache wohl in der Regel pragmatischer, lösungsorientierter an. So besitzen die Niederlande nicht nur eine gute Radinfrastruktur verbunden mit einer hohen Fahrradnutzung, sondern man findet hier auch eine hochwertige Kfz-Infrastruktur vor. Fahrradfahren gehört hier genauso selbstverständlich zum Verkehr wie das Autofahren. Wer zum Beispiel zu einer Fachexkursion zum Thema in den Niederlanden unterwegs ist und dort fragt, warum das Fahrrad hier so gefördert wird, erhält dort von den Verantwortlichen in Amsterdam folgende Antwort:

„Wir machen das für unsere Autofahrer!“

„ ... „Wir machen das für unsere Autofahrer!“ Da war ich zuerst sprachlos, aber der Umstieg eines Autofahrers aufs Rad macht natürlich Platz frei, Platz für einen reibungslosen und staufreien Autoverkehr. Außerdem wurden immer wieder auch wirtschaftliche Gründe angeführt. ... “ -> Diese Zeilen finden sich in einem interessanten Protokoll einer Stadtratreise von Kommunalpolitikern aus dem Raum München in die Niederlande (Dokument abgerufen 16. April 2021). Auch die sonstigen Inhalte des Protokolls kann der Autor nach 800 Fahrradkilomtern in den Niederlanden (verteilt auf drei Aufenthalte) nur bestätigen. Allgemein ist das Radfahren dort sehr erholsam und sehr stressarm. Das gilt auch für das niederländische Verkehrsklima allgemein.

In den Niederlanden: Bei wenig Platz: Priorität Fahrrad, Öffentlicher Verkehr und zu Fuß. Bei mehr Platz: Hier hat auch das Auto seinen Raum. So besitzt beispielsweise Groningen innerstädtisch einen der höchsten Radverkehrsanteile der Welt. Je nach Korridor werden teilweise mehr als 50 % der Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt. Die enge Innenstadt ist so auch weitgehend verkehrsberuhigt. Wer von den Außenbezirken in die lebendige, historische Mitte möchte, legt diesen Weg am besten ohne Auto zurück. Wer sich aber Groningen z. B. in Openstreetmap näher ansieht, stellt fest, dass die Stadt auch einen sehr gut ausgebauten, autobahnähnlichen Stadtring besitzt. Dort wo ausreichend Platz ist, hat also auch das Auto in den Niederlanden seinen Platz. So kann man vom ländlichen Raum auch auf sehr gut ausgebauten Straßen zum Ikea im äußeren Stadbereich von Groningen fahren und dort Möbel einkaufen. Wer dagegen im näheren Umfeld des Möbelmarktes auf Fahrradentfernung wohnt und evtl. nur eine Kleinigkeit kaufen möchte, kann den Möbelmarkt dagegen auch sehr gut mit dem Fahrrad erreichen.

Fazit auch aus NL-Exkursionen: Mit einer generellen „Verteufelung“ eines bestimmten Verkehrsträgers (heute in hitzigen Verkehrswendediskussionen in Deutschland oft generell das Kfz) ist niemanden gedient. Das Fahrrad hat vielfältige Poteniale im Bereich der zukunftsfähigen Nahmobilität. Diese Potentiale gilt es ebenfalls in Deutschland verstärkt zu nutzen. Deshalb ist der Autor der Überzeugung: Es geht auch in Deutschland nur miteinander statt gegeneinander!

Damit viel Spass beim Stöbern und Lesen in der Rubrik „Blog Radverkehr“.


Was ist schnell?

Cykelsuperstier from cykelsuperstier on Vimeo.

Radschnellwege in der Region Kopenhagen: www.cykelsuperstier.dk


Video: "Trotz Schikanen: Frauen radeln in Kairo"

Das AFP-Video stellt mutige Frauen vor, die sich als Radlerinnen in den chaotischen Verkehr der ägyptischen Hauptstadt stürzen. Es werden Frauen-Radfahrkurse angeboten und eine Radler-Initiative gibt es ebenfalls. Zum AFP-Video (1:26 min) auf Youtube.


Nördliche Niederlande: Premiumradeln in der Region Groningen / Asse

Der Karikaturist Arno von der Heijden führt über die "Fietsroute Plus" von Zuidhorn nach Groningen (nur niederländisch aber trotzdem sehenswert). Hier wurde von der Umlandgemeinde "Zuidhorn" eine hochwertige ,betonierte Radroute für Fahrradpendler in das Oberzentrum Groningen angelegt. Die Breite dürfte geschätzt 3,5 m bis maximal 4 m betragen. In der Region Groningensind noch weitere "Fietsroute Plus" als Stadt-Umland-Verbindungen im entstehen bzw. bereits fertig gestellt. Der aktuelle Realsierungsstand ist mit Stand 03-2019 nicht bekannt. Das Video von 2014:


Östliche Niederlande: Radschnellweg F35 in der Region Twente

Präsentation Fietssnellweg F35 www.fietssnelwegf35.nl (niederländisch)




© Dirk Schmidt 11-03-2019 -> zurück zur Startseite

(falls die Suchmaschine direkt auf diese Unterseite hierher verwiesen hat).

Impressum - Datenschutzerklärung