Galerie Lastenräder


In Kopenhagen gehören Lastenräder schon lange zum alltäglichen Stadtbild, aber auch in Deutschland sieht man sie jetzt öfter. Natürlich ist die Lastenraddichte je nach Stadt noch sehr dünn. Aber der Trend aus Dänemark und den Niederlanden, dass sich per Rad kostengünstig Güter, oder auch Personen transportieren lassen, spricht sich langsam auch in Deutschland herum.

Im Netz finden sich vielfältige Informationen rund um das Thema Lastenrad. Ein paar besonders lesenswerte Seiten und interessante Projekte möchte ich im Folgenden kurz vorstellen:

Damit aber zur Galerie. Hier finden sich in loser Folge kommentierte Bilder von mir zum Thema "Lastenrad", Presseartikel, Videos von Youttube usw.. Aktuelle Ergänzungen stehen am Anfang der Liste:



März 2018: Seit 1. März 2018 gibt es im gewerblichen E-Lastenradbereich eine staatliche Fahrzeugförderung. Es werden 30 % der Kaufpreises (maximal 2500 €) für "gewerbliche Schwerlastenräder" gefördert. Weiteres zum Thema siehe Artikel auf cargobike.jetzt



März 2017: Im Jahr 2017 startete DHL in Frankfurt einen Versuch mit E-Lastenrad und Radcontainern sowie Micro-Depots. Diese Radcontainer werden im Verteilager bestückt und auf einen KFZ-Anhäger mit vier Plätzen geladen. Dieser wird im Zustellbereich abgestellt und das Lastenrad übernimmt die "Letzte Meile". Dabei fährt das Lastenrad das Microdepot am KFZ-Anhänger mehrmals während einer Tagesschicht an und wechselt hier den Container. Video auf Youtube (1:03 min). DHL-Pressemitteilung vom 1. März 2017

Beim eingesetzten Lastenrad handelt es sich um ein Fahrzeug namens "Armadillo" aus Schweden (Göteburg): Fahrzeugdaten auf der Herstellerseite. Das Fahrzeug mit Verdeck als Zweisitzer zum Personentransport auf Youtube. Es ging "auf große Tour" über Kopenhagen bis ins deutsche Mittelriheintal:



20. März 2015: ingenieur.de Ingenieurstudenten überraschen mit hölzernem Cargo-Pedelec - Das Raiooo aus Portugal besitzt einen Holzrahmen und einen Sattel aus dem 3D-Drucker.



Ein sehr interessanter Fund im März 2015 in Hamburg: Ein "Segellastenrad". Über dieses spezielle Gefährt stolperte ich im März 2015 in der Hamburger Hafencity. Ob das Rad wirklich als Segelrad umgebaut wurde, oder evtl. nur Werbezwecken dient, ist nicht bekannt. Das Rad stand neben der Greenpeacezentrale. Ob es mit Greenpeace etwas zu tun hat ist ebenfalls unklar.



Niederlande: Im Sommerurlaub 2014 fanden sich in der Fahrradstadt Groningen ebenfalls ein paar interessante Lastenräder. Hier ein Transportrad im Design der niederländischen Holzpantine. Der gelbe Aufbau erinnert zumindest mich etwas an den bekannten holländischen Holzschuh. Das Rad dient dem Kindertransport. Im Gegensatz zum Kinderanhänger hat man hier den Vorteil, das man die Kleinen immer im Blick hat. Ferner sitzen sie natürlich direkt im Fahrzeug. Dadurch ist der Transport schon sicherer. In den Niederlanden werden Transporträder übrigens als "Bakfiets" bezeichnet.



Niederlande: Schnappschuss auf dem Groninger Markt: Ein Lastenrad wird als Verkaufsstand für Kaffee genutzt. Das Unternehmen, dass dieses Franchisemodell für Kaffee auf dem Lastenrad anbietet, hat seinen Sitz übrigens in Osnabrück. 2010 fuhren die ersten beiden Räder durch Hannover und Osnabrück.



Groningen / Niederlande: Lastenrad mit textil verkleidetem Transportkorb. Das Rad dient wohl ebenfalls dem Kindertransport.



Groningen: Limousienservice für den Nachwuchs: Hier sitzen die Kleinen sogar im Trockenem.



Groningen: Transportradausstellung vor einem Fahrradgeschäft an der südlichen Seite der "Der Aa-kerk".



Groningen: weiterer Teil der schon oben gezeigten Transportradausstellung. Links ein Werberad mit Litfaßsäule, rechts ein traditioneller Vorderlader, der zum Kindertransport ausgerüstet ist.



Groningen: Ein älteres Großlastenrad an der Kirche "Der Aa-kerk".



Groningen: Blick in die Brugstraat mit Großlastenrad in Aktion.



Fund auf der Stadtrundfahrt am IKEA Groningen: Hier kann dieser schmucke, historisierte XL-Lastentransporter ausgeliehen werden. Kosten: 2,50 € pro Verleih (Stand 08-2014). Es handelt sich um ein Exemplar dieser Serie. Die Ladefläche misst stolze 190 x 90 cm. Laut Herstellerangabe beträgt die mögliche Zuladung mindestens 300 kg bis sogar maximal 400 kg!

Via Twitter stieß ich im Frühjahr 2016 auf das "Biber-Bike". Dabei handelt es sich um das neue Kundenlastenrad der Baumarktkette OBI in Franken. Das Rad kann bei vier Märkten im Raum Nürnberg ausgeleihen werden. Für Kunden sind sogar die ersten drei Stunden kostenlos. Vorbildlicher, zukunftsfähiger Kundenservice!



Stadtszene in Amsterdam: Selbst im kleinstem Vorgarten ist Platz für ein Lastenrad - hier als einspuriger Vorderlader (Bild: Swen Schneider Mai 2014).



Dieses Lastenrad fiel mir selbst im Juni 2015 in Amsterdam auf: Der einspurige Vorderlader wurde mit einer riesigen Kiste bestückt. Die Kiste erinnert mich etwas an eine Luftfrachtbox. Jedenfalls wurde die Kiste individuell nachgerüstet, denn serienmäßig gibt es das Lastenrad des Herstellers mit solch einem monströsen Spezialaufbau nicht zu kaufen (Bild: Radurlaub Niederlande 06-2015).



Amsterdam: Einspuriger Vorderlader mit hohem Ladeschwerpunkt über dem Vorderrad (Bild: Radurlaub Niederlande 06-2015).



Amsterdam: parkende Lastenräder im Straßenraum. Vorne steht wieder ein Lastenrad im Design "Holzpatine" (Bild: Radurlaub Niederlande 06-2015).



Amsterdam: schöner, mehrspuriger Vorderlader im Retro-Design. Das Modell besitzt eine klassische Schenkellenkung (Bild: Radurlaub Niederlande 06-2015).



Alltag in der Fahrradstadt Amsterdam: Kindertransport per Lastenrad (Bild: Radurlaub Niederlande 06-2015).




Streetfilms - Copenhagen Cargo Bikes: Mikael Colville-Andersen kommt als urbaner Mobilitätsexperte natürlich auch zu Wort. Der Hersteller des öfter gezeigten Bullit hat in Kopenhagen seinen Sitz. In der Fahrradmetropole Kopenhagen gehören Lastenräder schon länger zum alltäglichen Stadtbild. Heute sind hier rund 20.000 Lastenräder unterwegs.



Urbanes Kunstprojekt "Parkcycle" auf Basis des XYZ-Cargobike. Woher kommt es? Natürlich ebenfallsaus Kopenhagen!

Erfindung "Sargtransportrad" - auch das gibt es in Kopenhagen...



Toronto / Kanada: Werbedreiräder fahren für eine bekannte deutsche Schokoladenmarke. Ob als Appetitmacher die süße Versuchung auch geladen war bzw. verteilt wurde, ist nicht bekannt (Bild: Swen Schneider 08-2015).



Zurück nach Deutschland: Ein Exemplar des oben schon angesprochenem Bullit vor dem Umwelthaus in Kassel während einer Paketzustellung. Im Umwelthaus in der Wilhelmsstraße hat übrigens auch der ADFC Kassel seinen Sitz (Bild: Swen Schneider 04-2015).



Ein Velotaxi im September 2014 vor dem Eisernem Steg in Frankfurt am Main. Diese Transporträder vom Typ "Citycruiser" sind mittlerweile in vielen Städten deutschland- und weltweit anzutreffen. Hergestellt werden die modernen, elektrounterstützten Rikschas in Berlin. Neben dem Fahrer können die Dreiräder hinten zwei Passagiere transportieren. Laut Wikipedia sind weltweit mittlerweile 1800 Fahrzeuge im Einsatz.



Gemütlich entspannen oder gar zu zweit während einer Stadtrundfahrt kuscheln? Dies ist per "Bettbike" in Berlin möglich. Der vierrrädrige Lastenlieger besitzt eine Liegefläche mit auffällig rotem Bettkasten, auf der es sich zwei Personen bequem machen können. Die erste Stunde kostet mit Stand 02-2016 45 €. Laut Internetseite es Anbieters ist das "Bettbike" ein Einzelstück. Es wurde ursprünglich für eine Werbeaktion einer Hotelkette konstruiert. Nach dem es ungenutzt in einer Tiefgarage stand, hat Firmeninhaber Richard Eckes es erworben und nun einer dauerhaften, sinnvollen Verwendung zugeführt. Bleibt zu hoffen, dass das spezielle Gefährt noch vielen Berlinbesuchern schöne Urlaubserinnerungen bereitet.



Der Europalettentransporter: Im Hamburger Museum für Arbeit wird in der Dauerausstellung auch zur Geschichte der Europalette informiert. Das es dafür mittlerweile auch das passende Fahrrad gibt, war der Ausstellung natürlich nicht zu entmehmen. "Gabelstapler lädt Fahrrad" - unter dieser Schlagzeile stellte der Tagesspiegel das Elektro-Schwerlastenrad des Fahrradlogistics-Start-Up "Velogista" aus Berlin-Kreuzberg vor.



In der Hamburger Hafencity fiel mir im Februar 2015 dieser einspurige Vorderlader aufgrund des schön geformten Kastens mit seitlichem Einstieg auf. Das Rad wurde für den Kindertransport konstruiert. Es handelt sich dabei um dieses Modell eines niederländischen Herstellers aus Amersfoort. Der Kasten besteht übrigens aus Buchenholz - passend zu "Buchonia" im Herzen Deutschlands?



Werberikscha in Bad Karlshafen - gesehen am Weserradweg Richtung Bahnhof (Bild 05-2014).




"Elektro-Lastenfahrräder statt Lieferwagen - Made in Germany": Unter diesem Motto stellt ein Video der Deutschen Welle das "Urban-E" mit Einsatzbeispielen in Berlin vor.


Fund in Kassel an der Wilhelmshöher Allee Ecke Wehlheider Platz: Ein XYZ-Cargobike.

Das XYZ Cargobike-System ist ein Bausatzsystem mit Vierkant-Aluminiumprofilen für Lastenräder, das von Till Wolfer aus Hamburg und Ion Sorvin aus Kopenhagen entwickelt wurde. Die Pläne der XYZ-Räder stehen unter der nichtkommerziellen Creativcommons Lizenz (Aufkleber sogar am Rad). Für den privaten Gebrauch dürfen die Gefährte also 1:1 nachgebaut werden. Sonst werden auch Bastelseminare angeboten. Termine siehe www.xyzcargo.com Bastelanleitungen sind teilweise hier auf www.n55.dk zu finden (Bild 05-2015).


Das XYZ-Cargobike im Detail. Der Name des "XYZ-Systems" steht für eine dreifache, sehr verwindungssteife Schraubverbindung der Aluminiumprofile. Dadurch ergibt sich das klare, eckige Design des Rades. Für mich passt das Design gut zum Leitsatz "Form folgt Funktion" (siehe auch Wikipedia "Form follows function"), der in Deutschland u. a. im Bauhaus Anwendung fand. In der Mathematik und den Naturwissenschaften stehen "XYZ" in der Regel für die drei Dimensionen eines Koordinatensystem (Bild 05-2015).



Vorstellung des XYZ-Cargobike-Projekts und eines weiteren "Großlastenrades" im Video.

Zum achsrädrigen "Schwertransport-Lastenrad" findet sich hier die Seite des Konstrukturs. Das Rad gibt es mittlerweile auch mit imposantem Solarverdeck. Im folgenden Video ist das Schwertransport-Lastenrad in Aktion zu sehen. Die Fahrt findet sehr wahrscheinlich auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof in Berlin statt. Diese beiden Bastelprojekt stehen stellvertretend sehr schön für die neue Lust am "selber machen" und dem Beginn einer neuen Mobilitätskultur im urbanem Raum.


Designstudie einspuriger Rahmentransporter: Die angehende Industriedesignerin Nele Dittmann aus Halle hat einen einspurigen Rahmentransporter mit ausklappbarer Transportbox entwickelt. Bilder und weitere Infos zum Projekt finden sich im Zeit-Artikel auf Velophil.

Einem Kommentar zum Bericht kann übrigens entnommen werden, dass diese Idee angeblich bereits in den 1930er Jahren in den Niederlanden Anwendung fand. Interessanter Hinweis. Hier müsste man mal in der Fahrradgeschichte wühlen... Vielleicht könnte da das einzige Fahrradmuseum der Niederlande, das Velorama in Nijmegen weiterhelfen. Mit 250 Exponanten ist es angeblich das größte Fahrradmuseum Europas.

Ein Bericht über eine weitere Designstudie findet sich hier. Die angehende Designerin Helena Reinsch aus Offenbach entwarf ein einspuriges Lastenrad mit Tiefträger.



Lastenrad im Dienst der Stadtreinigung: Statt mit dem Handkarren starten die Mitarbeiter der Ahlener Umweltbetriebe ihre Runden nun mit dem Lastenrad. Dabei handelt es sich um ein handelsübliches Lastenrad, das speziell für die kommunale Müllsammlung ausgestattet wurde. Weitere Infos mit Bild: Drei Räder rollen für den „To-go-Müll“ - Artikel in der Ahlener Zeitung vom 3. April 2015.



Wem die bisherigen Dreiräder "zu starr" waren, der findet übrigens hier zwei kurvenfreundliche Alternativen: Der Lastenmehrspurer Veleon kann sich mit zwei Rädern vorne dynamisch in die Kurven legen. Das Veleon lässt sich übrigens auch zerlegen. Ein weiterer Vertreter dieser Gattung ist das französische Kiffy, dass extra als "Zerlegelastenrad" für enge Begebenheiten konstruiert wurde. Das Kiffy besitzt allerdings nur maximal zwei Gänge. Für bergiges Gelände ist es also das falsche Fahrzeug.



Damit endet der Streifzug durch den Bereich "Lastentransport per Rad" erst einmal. Die große Zeit des Fahrrads auch als Verkehrsträger für die "private Logistik" im urbarnem Raum hat gerade erst begonnen. Das Lastenrad kann einen wertvollen Beitrag für lebenswertere Städte und vor allem für eine zukunftsfähige Welt leisten. Von daher wird es hier sicher weitere Ergänzungen geben.






© Dirk Schmidt 18-03-2018 (erstellt im März 2015) -> zurück zur Startseite

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